Mein Nähblog in 2018 und das Nähcamp von Elle Puls in Leipzig

Das neue Jahr und seine Vorsätze! Habt ihr welche gefasst und seid Ihr der Typ sie konsequent umzusetzen?

Ich kann beides verneinen. Weder verstehe ich, warum ich ab 1.1. anders sein sollte als noch am 31.12., noch schaffe ich es bei lang andauernden Vorhaben am Ball zu bleiben. Spätestens nach 7 Tagen (ich habe es gestoppt) geht mir die Puste aus, habe ich ein schlechtes Gewissen, weil das so ist, versuche ich noch irgendwie dranzubleiben und gebe dann an Tag 10 frustriert, immer noch mit schlechtem Gewissen auf. Wenn man Mitte 30 ist, nennt man das wohl Lebenserfahrung und lässt das mit den guten Vorsätzen einfach irgendwann sein.

So versuche ich hingegen jeden Tag ein bewusstes Leben zu führen. Ganz oft frage ich mich auf dem Nachhauseweg oder am Abend, ob ich mir mein Leben so vorgestellt habe und wenn nein, woran es liegt und ob ich es morgen ändern kann. Ich lebe nicht auf Wochenenden, Feiertage oder Urlaube hin. Jeden Tag suche ich mir etwas, auf das ich mich ganz sehr freue. Das kann an manchen Tagen der kurze Kaffee mit der Lieblingskollegin sein und an anderen ein schönes Abendessen mit einem meiner Lieblingsmenschen. Ganz egal, was und wie „groß“ es ist, wichtig ist, dass es da ist. Täglich und auch gern in der Mehrzahl.

Wahrscheinlich ahnt ihr schon, dass dieses „es“ oft mit Nähen zu tun hat.

Es ist einfach mein liebstes Hobby. Es erfüllt mich. Es gleicht mich aus. Es lässt Dinge entstehen, die ich jeden Morgen mit Freuden aus dem Kleiderschrank ziehe. Ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich mich das macht, Sachen zu tragen, die ich selbst erdacht und genäht habe. Es fühlt sich fast ein bisschen übermenschlich an.

Ich muss nicht im Bekleidungsgeschäft verzweifelt nach der einen Bluse in meiner Größe suchen oder nach dem ich sie in Kakhi in der Hand habe, darauf hoffen, sie doch noch wenigstens in Blau zu finden. Nein, ich lasse mich von Menschen in meiner Umgebung und von Outfits bei Pinterest inspirieren und nähe mir einfach, was mir gefällt. Und mittlerweile passt es dann sogar ..

Das war nicht immer so. Ich habe wirklich viel leiden müssen. Angefangen bei schrecklichen Passformen, über unpassendste Farben, bis hin zu grausigsten Stoffqualitäten habe ich alles erlebt. Lange lange lange war ich auf der Suche nach mir und meinem Stil. Ich habe einiges genäht und vieles wieder verschenkt. Von meinen Anfangssachen ist so gut wie nichts mehr übrig.

Letztes Jahr dann war mein Jahr des Durchbruchs. Plötzlich war da der Signature-Blitz (Ihr erinnert Euch?). Plötzlich wusste ich, was mir steht und was nicht. Und plötzlich konnte ich dieses Wissen in mein Hobby einfließen lassen. Jedes Kleidungsstück, was ab da entstand, war ein Lieblingsteil. Wundervoll!

2017 war zudem ein sehr produktives Jahr. Warum? Weil ich musste. Noch immer nähe ich mir 99% meiner Sachen selbst und wenn man da dann plötzlich weiß, was einem steht und der Kleiderschrank aber noch nicht entsprechend befüllt ist, ja dann hat man einen gewissen Druck. Natürlich habe ich mich nicht gestresst, aber den ein oder anderen Abend habe ich dann doch lieber im Nähzimmer verbracht, um am nächsten Tag die dringend benötigte Bluse tragen zu können.

Gut, dass mein 2018 mit einem sehr gut befüllten Kleiderschrank startet. Denn dieses Jahr steht für mich ganz unter dem Motto der (Näh-) Muse und dem Kontakt zu Gleichgesinnten. Fehlte mir letztes Jahr dazu oft die Zeit (weil ja der Kleiderschrank gefüllt werden musste) , möchte ich dieses Jahr vermehrt unter (Näh-) Leute. Quatschen, Austauschen und gemeinsam Nähen.

Und auch da stehen für mich die Menschen im Vordergrund. In Ruhe nähen kann ich ja auch zu Hause. Aber Nähen in Gesellschaft, das ist hier meistens nicht möglich. Muss ja auch nicht. Denn dafür gibt es viele schöne Näh-Events in Deutschland. So viele, dass man gar nicht weiß, wo man als erstes hingehen soll. Obwohl, ich weiß, wohin ich dieses Jahre (wieder) gehen möchte:

zum

Nähcamp von Elle Puls

Ich habe das Nähcamp letztes Jahr schon zum zweiten Mal in Berlin besucht und bin wie schon beim ersten Mal total beseelt nach Hause gefahren. Es ist schwer zu sagen, was so ein Nähcamp bei Elke von anderen unterscheidet. Es ist die Art, wie Elke professionelle Planung und Herz miteinander verbindet. Wer an Elkes Nähcamp teilnimmt, hat viele Möglichkeiten seinen Aufenthalt zu gestalten. Getreu dem Motto „alles kann, nichts muss“, kann man selbst entscheiden, ob man viel Nähen, Networken oder dazu lernen möchte. Elke weiß wofür unsere Herzen schlagen. Über professionelle Workshops, eine umfassende Nähbibliothek, die zum Stöbern einlädt und unglaublich spannend gefüllte Goodie-Bags, ist alles dabei, was man sich wünscht.

Ich fand ja auch das Essen in Berlin immer so so gut, aber das werde ich dieses Jahr leider nicht genießen können, denn ..

dieses Jahr nehme ich zum ersten Mal am Nähcamp in Leipzig  (9.11.-11.11.2018) teil und bin schon soooooooooooooo auf Location, das Rahmenprogramm und die Sponsoren gespannt!!

Aber wie läuft eigentlich so ein Nähcamp ab?

Ich liebe es, schon am Freitag anzureisen und zu schauen, wer da am nächsten Tag alles hinter den Nähmaschinen hervorschauen wird. Ab 19 Uhr lädt Elke zu einem ersten Kennenlernen meist an der Bar des Hotels ein. In lockerer Athmosphäre, tollem Essen und einem leckeren Cocktail ist das ein gelungener Auftakt.

Am Samstag hoffe ich dann als erstes auf ein richtig gutes Frühstück und genieße den entspannten Start in den Tag. Wann bekommt man das Frühstück schon einmal serviert und kann dann ohne Abwaschen direkt an die Nähmaschine wechseln? Mir passiert das nie. Umso mehr genieße ich es an den Tagen des Nähcamps.

Und wenn es dann am Samstag 9 Uhr losgegangen ist, vergeht die Zeit wie im Fluge. Es ist unglaublich, wie schnell man über das gemeinsame Hobby ins Gespräch kommt und wie nah man sich schon nach wenigen Minuten ist. Ich habe jedes Mal das Gefühl fast schon minütlich neue Freundinnen kennenzulernen. Es ist soooo schön. Und manchmal fällt es mir echt schwer, neben all der netten Kontakte zum Nähen zu kommen.

Das schwierigste am Nähcamp ist es zu wählen, ob man an Workshops teilnimmt oder die Zeit lieber mit Nähen verbringt. Ich habe beides probiert. Beim ersten Nähcamp habe ich Workshops besucht und beim zweiten genäht. Es hat beides seinen Reiz und ich weiß, dass ich auch dieses Mal erst in letzter Sekunde entscheiden werde.

Am Samstagabend gibt es immer die Möglichkeit, mit der gesamten Gruppe auswärts Essen zu gehen. Ich mag diese Idee sehr. So kommt man raus aus den vertrauten Räumen und wird nicht verleitet, viel zu viel zu nähen, was vielleicht am nächsten Tag mit Kopfschmerzen gerächt wird. Außerdem wird man beim gemeinsamen Essen ganz sicher auch noch mit den Teilnehmerinnen ins Gespräch kommen, die man tagsüber verpasst hat.

Schnappschuss vom Nähcamp-Abendessen 2016

Wenn es dann am Sonntagnachmittag wieder nach Hause geht, hat man das Gefühl, dass man eigentlich mindestens noch die gesamte darauffolgende Woche in diesem Nähcamp-Cocon verbringen zu wollen. Es ist einfach zu schön, sich einfach nur auf das schönste Hobby der Welt konzentrieren zu können.

Zum Glück findet das Nähcamp jedes Jahr statt und über die sozialen Medien kann man leicht in Kontakt bleiben.

Wer von meinen Lesern ist eigentlich aus der Nähe von Leipzig und überlegt auch zum Nähcamp zu gehen? Ich würde mich riesig freuen, Euch einmal persönlich kennenzulernen und mit Euch zu nähen!


Es ist zwar noch eine Weile hin bis November, aber es schadet ja nicht, sich den Termin schon jetzt einmal im Kalender zu blockieren. Uuuuund .. jetzt gibt es die Tickets noch zum Frühbucherrabatt.

Auf Elkes Eventseite erhaltet Ihr weitere Details -> Nähcamp in Leipzig  (9.11.-11.11.2018)*.

Ihr seid nicht aus der Nähe von Leipzig? Dann schaut unbedingt auf Elkes Facebook-Seite vorbei. Dort könnt Ihr Euch die weiteren Locations anschauen und die passende für Euch raussuchen.

* Affiliate- Link – Wenn dir meine Empfehlung gefällt und Du Dich über diesen Link beim Nähcamp anmeldest, bekomme ich eine kleine Vergütung, ohne dass Du dafür mehr zahlen musst. Das beeinflusst meine ehrliche Meinung nicht!

7 Kommentare

  1. Liebe Sindy,

    leider komme ich nicht aus Leipzig 🙁
    Dennoch habe ich Deinen Post mit Interesse gelesen und bei der ein oder anderen Stelle dachte ich, genau so habe ich das auch erlebt. Als ich am Mittagstisch davon erzählte, wißt ihr noch als ich dies und das verschenkte…. blickten mich große Augen an 😉
    Schön das wir uns weiter entwickeln und das unser Hobby uns den nötigen Raum dafür läßt.

    Liebe Grüße
    Nicole

  2. Hallo Sindy! Deine Worte übers liebste Hobby kann ich total unterstreichen… empfinde ich ganz genauso! Und dein Rosa P. Kleid No.1 würde ich direkt genauso nähen wie du… mit diesem tollen Noshstoff… auch die Kombination mit der Hose und den Schuhen! Wirklich sehr schön! Ich habe mich fürs Nähcamp in Hamburg angemeldet… in 2 Wochen geht es schon los! Ich hatte vorher kurz überlegt, ob ich lieber zum Nähcamp nach Leipzig fahren soll 🙂 …aber Hamburg ist für mich einfach näher!! An Ostern bin ich wahrscheinlich in der Heimat… ich sag dir dann nochmal bescheid! Liebe Grüße, Katrin

  3. Liebe Sindy,

    ich bin ja mehr oder weniger zu deinem Blog gekommen. Aber heilfroh, das ich ihn gefunden habe. Nähen…. Oh.. viele Jahrzehnte war das das schlimmste was man mir antuen konnte. Seit 1 1/2 Jahren mache ich im Nachbarort einen Nähkurs, mitlerweile sind wir eine Nähgruppe geworden. Mit der Vorstellungskraft habe ich so meine Schwierigkeiten und abends nach dem Büro fehlt mir die Konzentration, aber mit dem Stück was ich selbst für mich erschaffen habe bin ich so Glücklich und 2018 steht bei mir im Zeichen DONTBY sondern selbst nähen. Ein Nähcamp kenne ich noch nicht. Da muss ich mal schauen, vielleicht klappt es ja.
    Ich komme übrigens aus 33758 Stukenbrock.

    Liebe Grüße
    elke von elke.works

  4. Liebe Sindy,
    ich bin aus der Nähe von Leipzig und bereits angemeldet für das Nähcamp im November. Ich habe keinen blog, bin aber regelmäßig auf deiner Seite unterwegs. Deine Beschreibung des Nähcamps von Elke macht ja richtig "Appetit". Ich möchte an allen workshops teilnehmen und freue mich auf die Teilnehmer und darauf, viel zu lernen. Liebe Grüße Martina

  5. Hi Sindy,

    Durch Zufall bin ich gerade über deinen Post gestolpert und freue mich, von deinen Erfahrungen zu lesen. Ich habe noch nämlich auch für das Nähcamp in Leipzig angemeldet und bin schon sehr gespannt (und ein bisschen nervös)

    LG Nadi

  6. Susanne Kaiser

    Hallo Sindy,
    ich hab grad mal nach „Nähcamp Leipzig“ bei Google gesucht, weil ich ein bisschen neugierig bin wie das so wird (und wer so kommt). Ich bin angemeldet fürs Nähcamp in Leipzig und so langsam steigt die Vorfreude. Ich nähe zwar bereits seit über 10 Jahren mit steigender Intensität, habe aber noch nie an so einem „Event“ teilgenommen und freue mich am meisten auf den Austausch mit gleichgesinnten da mir das hier in der Provinz (Ich lebe in der Nähe von Rudolstadt) echt fehlt und ich auch niemanden irl kenne der so viel näht wie ich (ein paar Frauen kenne ich schon, die nähen, aber die sind lange nicht so „nähsüchtig“ wie ich bzw. nähen nicht soviel). In meiner ersten Elternzeit (2010/2011 *hust*) bin ich übrigens über deine Wiksten Tova-Bluse (ich glaube du warst auf dem Foto da auch schwanger) und deinen alten Blog (Ms. Fisher?) auf dich aufmerksam geworden und habe gerne bei dir gelesen und gestöbert :-).
    Sehr spannend das alles!
    Liebe Grüße
    Susanne

    • Oh yeah, wie toll!! Ich freu mich schon sehr auf Dich. Ist das nicht toll, wenn man schon virtuell eine Vorstellung davon hat, wer da einen so erwartet? Sag unbedingt Hallo, ja? Viel Spaß noch beim Nähen und bis spät. November :))

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