Ausblick für 2019 – Die vernetzte Garderobe

Wer meinen Podcast mit Elke von Elle Puls gehört hat, weiß, dass ich derzeit noch nicht so recht weiß, wo ich mit meinem Nähen und meinem Blog stehe. Es ist viel passiert und die intensiven Zeiten als Probe- und Designnäherin haben ihre Spuren hinterlassen. Ich muss zugeben, dass ich ziemlich ausgebrannt bin. Nur zur gern bin ich vielen Anfragen/Aufrufen nachgegangen und musste am Ende wieder feststellen, dass mein Leben (und mittlerweile auch mein Kleiderschrank) auch ohne das Näh-Hobby sehr gut gefüllt sind. Je weiter das Jahr 2018 fort schritt, desto voller, unübersichtlicher und konfuser wurde mein Leben. Es war/ist Zeit loszulassen.

Ich bin ja überzeugt, dass man eine Vision braucht, um dem Schicksal die Tür zu öffnen. Wenn ich selbst nicht weiß, wohin es gehen soll, können sich auch nicht die richtigen Türen öffnen. Dabei ist es gar nicht so wichtig, bis ins kleinste Detail zu wissen, was werden soll, manchmal reicht es schon, zu wissen, was man nicht mehr will und dies konsequent umzusetzen. Alles andere fügt sich von allein.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich bin auf dem Weg mich neu zu strukturieren. Das heißt nicht, dass alles, das was war schlecht war, es war einfach nur zu viel und zu wirr.

Im ersten Schritt habe ich mich aus den meisten Probenähteams verabschiedet bei denen es darum geht, neue Schnitte Probe zu nähen und zu einem bestimmten Termin zu zeigen. Mir fehlt einfach die Zeit, den Schnitt auf Herz und Nieren zu testen und dem Schnittersteller ein qualitativ hochwertiges Feedback zu geben – was ja eigentlich der Sinn eines Probenähens sein sollte. So schwer es mir gefallen ist, die Gruppen zu verlassen, so wundervoll war es, als ich plötzlich nur noch 2-3 Projekte vor mir hatte, die ich noch „erledigen“ musste. Erst da ist mir aufgefallen, wie sehr mich das alles unter Druck gesetzt hat.

Im zweiten Schritt habe ich mein Nähzimmer neu strukturiert und mich von vielem verabschiedet, was sich über die Jahre und auch über das kleine Kinderlabel angesammelt hatte. Zusätzlich habe ich alle meine Stoffe einmal aus den Tiefen meines Regals rausgeholt, ausgemessen und katalogisiert. Stolze 123m Stoff nenne ich nun mein eigen. Oh wow! Mir war bewusst, dass es viel sein würde, aber wenn man die Zahl so vor sich sieht.

Aber gut. Es ist wie es ist. Es wird Zeit, wieder in Richtung Minimalismus abzubiegen. In allen Lebensbereichen .. Weniger ist definitiv mehr. Und was ich im nächsten Jahr nicht mehr machen möchte, ist unter Druck zu agieren. Sei es in meinem Hobby, bei der Arbeit oder mit Freunden. Ich möchte mich wieder wahrnehmen und nicht nur Dinge tun, weil ich weiß, dass es andere von mir erwarten. Ich möchte jetzt nicht den absoluten Egotrip starten. Vielmehr möchte ich mich besinnen. Auf mich und auf das, was mir gut tut.

Neben vielen Dingen, steht dabei der Inhalt meines Kleiderschranks ganz oben auf der Liste. Eine Wohlfühlgarderobe ist für mich die Basis für einen guten Tag. Wenn ich das fühle, was ich trage und mich komplett damit identifiziere, meistere ich den Tag ganz anders, als wenn ich mich verkleidet fühle. In den letzten Monaten habe ich viel unter (selbst auferlegtem) Druck genäht und dabei – mal wieder – die Gesamtheit meiner Kleidung aus den Augen verloren. Auch wenn ich eigentlich nur das genäht habe, was ich auch trage, fehlt mir derzeit wieder ein stimmiges Gesamtbild. Ich hatte die Capsule Wardrobe schon vor ein paar Jahren im Kopf, bin aber doch wieder vom Weg abgekommen.

Genau über dieses Thema habe ich mich Mitte 2018 mit Lara von 1000Stoff unterhalten. Dabei haben wir uns in unseren Gedanken so gut wiedergefunden, dass wir überlegten, daraus ein gemeinsames Projekt für das neue Jahr zu starten. Dabei geht es weniger darum, 1:1 den gleichen Weg zu gehen, sondern vielmehr darum, zu zeigen, wie unterschiedlich man sich diesem Thema nähern kann. Wir beide haben das Ziel eines vernetzten Kleiderschrankes. Das vereint uns. Wie wir das erreichen, das planen wir individuell.

Für den ersten Monat im neuen Jahr habe ich mir zum Beispiel eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Ich möchte aus meinem Kleiderschrank die Kleidungsstücke raussuchen, die ich auch wirklich anziehe und in denen ich mich meinem gewünschten Stil am nächsten fühle. Back to the roots und dann geplant und überlegt genäht, um den Grundbestand sinnvoll zu erweitern.

Zu unseren Überlegungen wählen wir uns für jeden Monat ein „Key Piece“ aus, welches wir uns nähen oder welches wir vielleicht sogar schon haben und dann mit Basics so vernetzen, dass es ein richtiger Teil unseres Kleiderschrankes wird. Jede auf ihre Weise, in ihrem Tempo und mit individuellen Wünschen. Am letzten Tag eines Monats berichten wir dann beide auf unseren Blogs, wie es uns ergangen ist. Zwischendurch halten wir Euch mit dem Hashtag #vernetztegarderobe auch auf Instagram auf dem Laufenden.

Mein „Key Piece“ wird im Januar endlich ein weiterer Boyfriendblazer nach dem CUT-Schnitt Frazer sein.

Diesen Blazer habe ich vor 5 Jahren schon einmal aus blauem Leinen genäht und möchte ihn unbedingt noch aus einem grauem Wollstoff aus dem Zuleeg-Lädchen nähen. Dazu möchte ich mir ein ganz einfaches, schwarzes, locker sitzendes Shirt aus einem hochwertigen Stoff nähen. So ein Shirt, welches man genau einmal braucht, weil es perfekt sitzt und sich ebenso perfekt tragen lässt.

Ich freue mich schon, Euch bald davon zu erzählen, wie es mir und Lara ergangen ist!

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